ALFRED DUNHILL – PORTRAIT EINER LEGENDE

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Alfred Dunhill 1893

 

Um das Jahr 1890 standen in der Hauptstadt des viktorianischen Empires rund 20.000 Pferde in Lohn und Brot. Ob für private Kutschen, für die „Cabbies“, die Taxis der damaligen Zeit, ob als Zugtiere für Omnibusse oder Bierwagen. London lebte mit seinen und durch seine Pferde. Gerade im Bereich der privaten Nutzung ein reiches Betätigungsfeld für Sattler und ihre hochwertigen Produkte. Heute noch berühmte Namen, wie Louis Vuitton oder Hermes begründeten in dieser Zeit ihren Weltruf und auch Alfreds Vater Henry Dunhill mischte in diesem Markt munter mit.

Seinem Sohn Alfred war aber schon bei Eintritt ins väterliche Unternehmen klar, dass das nicht die Zukunft der Firma sein konnte. Bereits in diesen jungen Jahren bewies er die Weitsicht und den Instinkt, die ihn später zu einem ganz Großen machen sollten. Alfred favorisierte das Automobil. Eine Ansicht, die nicht nur seinem Vater die Blässe der Entgeisterung ins Gesicht trieb. War doch erst kurz vorher, im Jahr 1885 , durch Carl Benz das erste, noch dreirädrige Automobil überhaupt auf den Markt gekommen. An der Wende zum 20. Jahrhundert galt das Auto der Mehrheit noch als absolutes Teufelswerk, das zudem derart kostspielig war, dass nur ganz wenige Privilegierte an eine Anschaffung denken konnten.

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Alfred focht das nicht an. Er beobachtete genau und stellte fest, dass damalige Automobile aus nicht viel mehr, als dem Rahmen, den Sitzen und vier Rädern bestanden, wenn sie zu ihren wohlhabenden Besitzern fanden. Ein ideales Betätigungsfeld für Zubehör-Produzenten…und passend eingekleidet wollte der Automobilist von Welt schließlich auch noch sein.

1897 eröffnete Alfred Dunhill in der Euston Road sein erstes Geschäft für Automobil-Zubehör. Nachdem er den Ruf bekam, der „Schneider für den smarten Automobilisten“ zu sein, folgte 1902 in der Conduit Street, Nähe Regent Street, ein Geschäft für Accessoires und Kleidung. Dächer und Regenschutz waren bei den Autos noch unüblich. Dunhills regenfeste Ledermäntel und Koffersätze entwickelten sich rasant zu DEN Rennern unter der honorigen und zahlungskräftigen Kundschaft. Selbst leidenschaftlicher Autofahrer, konnte Alfred mit seiner Begeisterung anstecken und überzeugen. Bisweilen schoss er übers Ziel hinaus. So mit seiner Erfindung der „Bobby-Brille“. Diese Erfindung sollte es möglich machen, einen Polizisten auf eine halbe Meile erkennen zu können, selbst wenn der zivile Bekleidung trug.

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Dunhills klassische Kollektion für den Automobilisten.

Eine weitere Erfindung von ihm sollte dann zukünftige Weichen stellen. Für die Pfeifenraucher in seiner Kundschaft ersann er 1904 die „Shield Pipe“. Durch den vorne schildartig erhöhten Rand der Pfeife verminderte sich der Ascheflug deutlich und erleichterte das Rauchen sowohl bei der Cabrio-Ausfahrt, als auch beim Spaziergang. Um seine Ideen zu schützen, hatte Alfred extra eine Patent-Agentur gegründet, die sich nun auch um den Schutz der Shield-Pipe kümmerte. Nachdem Vater Henry 1901 verstorben war, teilten sich nun die Söhne Alfred und Herbert die Arbeitsabläufe. Während Herbert der Zahlenmensch war, lieferte Alfred die Ideen und setzte sie um.

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Das erste Geschäft in der Duke Street. Hier als Aufmacher eines frühen Kataloges zu sehen.

Mehr und mehr kreisten seine Gedanken dabei um Pfeife und Tabak, was dazu führte, dass er am 07. Juli 1907 in der Duke Street 31 a sein erstes Pfeifen-und Tabakgeschäft eröffnete. Zunächst bezog Dunhill die Pfeifen für den Ladenverkauf aus Frankreich. Die Qualität stellte ihn aber so wenig zufrieden, dass er sich gezwungen sah, die Pfeifen für sein Geschäft zu üblichen Ladenpreisen bei Charatan zuzukaufen. Ein unwirtschaftliches Unterfangen, was einem Kaufmann wie ihm sehr zuwider war.

Um seine Kunden zufrieden zu stellen und trotzdem Gewinne zu machen, blieb nur ein logischer Schritt. Er zog um, in die 28.-30. Duke Street. Ein zweistöckiges Gebäude, in dem er im Erdgeschoss seinen Laden einrichtete und im ersten Stock, gemeinsam mit Joel Sasieni, der seinerzeit von Charatan kam, seine erste Pfeifenproduktion gründete.

Hier wurden bis 1920 vorgedrehte Köpfe aus Frankreich komplettiert und perfektioniert. Erst danach kamen in England gedrehte Köpfe zur Verarbeitung.

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Hochwertiges Schmuck-Etui mit vier Shell-Briars. Heute ein Sammlertraum !

Die Kundschaft staunte zunächst, denn die Pfeifen des Neulings Dunhill befanden sich auf dem gleichen Preisniveau, auf dem sich auch die Spitzenmodelle von Comoy, Loewe und Charatan fanden…und Dunhill fertigte NUR in dieser Preisklasse. Günstigere Einstiegsserien überließ er den Mitbewerbern. Ein sehr selbstbewusster Auftritt für einen Newcomer. Doch Alfred Dunhill war nicht nur einfallsreich, sondern auch kompromisslos.

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Raucher-Zubehör, mit dem Dunhill schon früh seine Pfeifen und Tabake ergänzte, um den Kunden ein „Rundum-Paket“ bieten zu können.
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Manchem Sammler werden heutzutage, bei dem Preis von 16 Pfund, die Tränen kommen. Damals war das aber ein kleines Vermögen.
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Eines, dieser Raucher-Kabinette ist noch heute im Museum Paronelli in Gavirate zu bewundern.

Seinen Anspruch hat er klar umrissen: „Es muss gut und zuverlässig arbeiten. Es muss schön sein und das Beste seiner Art !“ Daher arbeitete er nur mit dem besten Holz, den besten Zutaten und konnte so seinen Kunden eine lebenslange Garantie auf seine Pfeifen geben. Ein Argument, dass bei den Interessenten zog ! Noch 1910 führte Dunhill die „Briar“-Serie ein, die sich quasi unverändert bis heute findet und die patentierte „Inner Tube“, ein Metallröhrchen als Rauchkanal, über dessen Sinn sich aber trefflich streiten lässt.

Dunhill war stets für eine neue und auch vorwitzige Marketing-Strategie und für außergewöhnliche Ideen gut. So hing schon 1907 ein Schild in seinem Schaufenster, auf dem er fragte :“Sir, würden Sie von Ihrer Pfeife als von Ihrem Freund sprechen können ? Wenn sie heiß wird oder sottert, beraten Sie mit Alfred Dunhill über den, für Sie passenden Tabak!“

Davon machten die Kunden regen Gebrauch und so begann Dunhills Tabakbuch zur Legende zu werden. Das „My Mixture Book“ umfasste , durch die Jahrzehnte stets ergänzt, letztlich 32700 verschiedene Tabakrezepte nach individuellem Kundenwunsch. Darin erkennt man auch Dunhills extremen Dienstleistungsanspruch seiner Kundschaft gegenüber. Die ersten regulären Haustabake bei Dunhill waren übrigens der „127 Oriental“ und der „965 Medium“.

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My Mixture als Flake in normaler „Haushaltsmemge“
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…und die 965 in durchdachtem Vorratspack

Ein weiteres Beispiel für Dunhills Weitsicht in Sachen Werbung und Kundenbindung war die „Castor Oil“- Idee.

Der erste Weltkrieg verwickelte die Soldaten in langwierige und grausame Grabenschlachten. So freute sich jeder Offizier, wenn ihn von Dunhill in London ein Paket erreichte, in dem seine neue oder reparierte Dunhill-Pfeife war. Doch nicht nur die befand sich im Paket. Dunhill hatte drei-vier weitere Pfeifen dazu gepackt, mit der Aufforderung an den Empfänger, diese doch an Kameraden zu verkaufen. Das funktionierte prächtig und bald schon waren bei den Offizieren Dunhill-Pfeifen in aller Munde. Zudem legte Dunhill jedem Paket eine Rolle Toilettenpapier bei. Eine doppeldeutige Zugabe. Damit die Pakete auf dem Weg zum Empfänger nicht abhanden kamen, waren sie nämlich mit „Castor Oil“ ( Rizinusöl) beschriftet- wer würde so etwas stehlen wollen ?

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Zwei Schönheiten mit dem charakteristischen, weißen Punkt

Ab 1915 trugen die Dunhill-Pfeifen dann, nach einer rechtlichen Einigung mit den „Vereinigten Pfeifenfabriken Nürnberg“ (Vauen), den weißen Punkt. Eigentlich nur eine pfiffige Idee, damit der Kunde wusste, wie herum das Mundstück an die Pfeife gehörte, wurde der Punkt zum vorübergehenden Zankapfel, da man in Nürnberg auf die gleiche Idee gekommen war.

Noch während des ersten Weltkrieges musste Dunhill 1916 an eine neue Adresse umziehen, um Platz für mehr Mitarbeiter zu haben, da die Geschäfte mittlerweile mehr als gut liefen.

Hier, an der 186. Campden Hill Road folgte 1917 die nächste, bahnbrechende Erfindung. Die „Shell Briar“ wurde geboren. Die offizielle Begründung für die sandgestrahlte Serie ( die Sandstrahlung erfand Dunhill auf diesem Weg für die Pfeifen gleich mit) sprach von kühlerem Rauch und weniger Empfindlichkeit. Realistisch betrachtet war es DIE Möglichkeit, auch weniger perfektes Holz nach Dunhill-Art zu verarbeiten und trotzdem noch für entsprechende Preise auf den Markt bringen zu können.

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Zwei sehr besondere Exemplare der „Shell Briar“-Kollektion

1921 wurde Dunhill dann endlich königlicher Hoflieferant. Aus Verbundenheit zum Prinzen von Wales, Edward, der später wegen der Heirat mit einer Bürgerlichen abdanken musste, schuf Dunhill für ihn ein Shape, dass bis heute zu den beliebtesten Klassikern zählt…die Prince.

Inzwischen bezog Alfred Dunhill auch keine Pfeifenköpfe mehr aus Frankreich. In der „Dunhill Bowl Turning Facility“ wurden die Köpfe fortan selbst gedreht. Zu diesem Zeitpunkt kam es zum Streit zwischen Alfred Dunhill und Joel Sasieni und zur endgültigen Trennung. Während Sasieni eigene Wege ging und ebenfalls hervorragende Pfeifen fertigte, eröffnete Dunhill noch im selben Jahr in Paris und New York seine ersten Niederlassungen. In späteren Jahrzehnten sollten daraus 68 weltweit verteilte Dunhill-Shops werden.

1924 gab es einen Grund zu feiern. War es Dunhill doch gelungen, seit Gründung seines Ladens, 1907, aus seinem Geschäft heraus 260.000 Pfeifen in der Welt der Tabakfreunde zu verteilen.

Ein Erfolg, auf dem man sich aber keinesfalls ausruhte.

Im Jahre 1929 kam es zum Wachwechsel an der Spitze des Unternehmens. Alfred Dunhill übergab die Geschäfte an seinen Sohn Alfred Henry, der bereits seit seinem 14.Lebensjahr im Unternehmen des Vaters mitarbeitete.

Das änderte aber nichts an der Rührigkeit und Energie des Unternehmens.

1931 kamen offiziell die Serien „Root Briar“ und „Dead Root“ dazu, die ebenfalls zu großen Erfolgen wurden. Bis zum Beginn des zweiten Weltkriegs wurde auch der „Vernon Tenon“ eingeführt und häufig verbaut. Ein dreiteliger Aluminium-Zapfen, der die „Inner Tube“ fixierte. Eine Erfindung von Alfreds Bruder Vernon.

Der Erfolg wurde größer und größer. Kataloge wurden gedruckt, Shapelisten aufgelegt und alles unter so strengen Marketing-Gesichtspunkten, dass selbst moderne Betriebswirtschaftler in heutiger Zeit anerkennend nicken.

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Eines, der berühmten “ 7 Tage-Sets, für die heute Sammler Unsummen ausgeben.

Das Dunhill im zweiten Weltkrieg die „Castor-Oil“-Geschichte wiederholt haben soll, ist wohl eher der Legendenbildung zuzurechnen. Zu diesem Zeitpunkt war seine Firma schon so bekannt, dass man aus Kostengründen auf diesen Marketing-Schachzug sicher verzichtet hat. Doch, die nahezu weltweite Verteilung englischer Truppen machte den Namen Dunhill sicher auch unter Amerikanern und Kanadiern noch einmal bekannter. Doch, nicht nur im Bereich Pfeife und Tabak stellte sich Dunhill massiver auf. Noch während des Krieges, 1944, übernahm er für 8000 Pfund Sterling endgültig die Rechte für die Alleinvermarktung des „Unique“. Das Feuerzeug, dessen Prototyp, gefertigt aus einer Senfdose, ihm 1919 von Wise/Greenwood vorgestellt wurde. Dunhill hatte seither die Fertigung gefördert und das Feuerzeug vertrieben. Nun gehörte es fest zum Dunhill-Imperium und unterlag ebenfalls den strengen Qualitätsanforderungen des Chefs. Nicht zuletzt dadurch wurde es zu einer Ikone unter den Feuerzeugen.

Zum Jahrgang 1950/51 kam dann eine Pfeifenserie ins Programm, die bis heute zu den gefragtesten Dunhills zählt…die „Tanshell“. Ebenfalls sandgestrahlt, aber im natürlichen Holzton belassen, waren die Raucher alsbald fasziniert davon, wie die „Tans“ nachdunkelten und so jede für sich zu einem individuellen Braunton kam.

Im gleichen Jahr entstand die Dunhill-Größenangabe. Gerade in Katalogen war es von Vorteil, wenn man dem Kunden durch eine Staffelung von 1-4 eine Vorstellung von der Pfeifengröße geben konnte. Die weitere Verbreitung auf dem amerikanischen Markt machte 1975 die Erweiterung der Größentabelle um 5 und 6 notwendig, da man in den USA gerne zu größeren Köpfen griff und greift.

1955, vier Jahre vor dem Tod von Alfred sen., kam es zu einer bedeutenden Änderung, die Garantie der Pfeifen betreffend.

Die „lebenslange“ Garantie war kostenmäßig nicht mehr haltbar. Zu oft reichten Kunden sehr alte Dunhills, noch aus der französischen Produktion oder gar kriegsbeschädigte Pfeifen zur Reparatur oder mit Ersatzforderungen ein. Man kehrte zurück zur, schon einmal im Jahr 1921 praktizierten, einjährigen Garantie und führte den Date-Code wieder ein. So konnte man auch ohne Kaufnachweis überprüfen, ob der Garantieanspruch noch bestand oder die Pfeife schon älter als ein Jahr war. Für die Sammler bis heute eine ideale Möglichkeit, dass Alter ihrer Dunhills genau zu bestimmen.

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Straight Grains vom Feinsten

Dunhill war über all`die Jahrzehnte immer breit und qualitativ hochwertig aufgestellt. Reiseutensilien, Bekleidung, Schreibgeräte, Uhren, sogar Parfums, seit Mary Dunhill in den 30er Jahren die erste Kollektion an Duftwässern kreierte. Natürlich durfte im Zigarren- und ab 1966 auch im Zigarettengeschäft der Name Dunhill ebenso wenig fehlen. Raucherbedarfsartikel, vom Pfeifenschrank über den Aschenbecher bis zu den legendären Feuerzeugen. Bei denen war man 1947 in den neuen Bereich der Gasfeuerzeuge eingestiegen und schuf das „Rollagas“. Ebenfalls Stoff für Legenden. Wurde doch in den 70er Jahren ein U-Boot-Kapitän vorstellig, der sein Rollagas vermisste und nach mehrwöchiger Tauchfahrt am Boden des Turms wiederfand. Man reinigte und füllte das Feuerzeug…und natürlich brannte es.

Dunhill war also ein vollsortiertes Unternehmen, rund um den Bedarf der Lady und des Gentleman von Welt. Doch, durch alle Jahre hindurch entwickelte man die Artikel selbst oder verbesserte übernommene Produkte, damit sie den strengen Qualitätskriterien des Hauses genügten.

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Handgefertigte Pfeifenschränke, auch auf Maß, gehörten ebenso zu Dunhills Angebot.

 

Die ersten Zweifler zogen 1967 die Augenbrauen erstaunt nach oben, als Dunhill seine gesamte Tabaksparte an British American Tobacco abgab.

1971 verstarb Alfred Henry Dunhill und der Konzern wurde in eine Holding umgewandelt.

Das war quasi der Startschuss, um aus dem Familienunternehmen einen Weltkonzern zu schaffen. Pfeife und Raucherbedarf wurden nach und nach aus dem Fokus gedrängt. Der „schlechte Ruf“, der dem Rauchen immer mehr anhing, durfte den Ausschlag dafür gegeben haben. 1977 kaufte man den Schreibgeräte-Hersteller Montblanc dazu…auch völlig untypisch für die einstige Firmenphilosophie, solche Dinge selbst zu entwickeln oder aber zugekaufte Marken im Sinne Dunhills zu verbessern. 1985 kam die Modefirma Chloé hinzu und man wurde einfach zu umfangreich, um allein im Markt weiter bestehen zu können. Der endgültige Umbau des Konzerns begann 1993, als man Dunhill mit Cartier zusammenführte. Unter dem neuen Namen „Groupe Vendome“, deren Hauptaktionär der 1988 gegründete Richemont-Konzern war, entwickelte sich die Firma immer weiter weg von den Wurzeln, hin zur reinen Vermarktungshilfe für Luxusartikel. 1998 übernahm Richemont die Vendome-Gruppe komplett. Am 26.08.2016 verstarb der letzte Vertreter der Dunhill-Familie, Richard Dunhill, im Alter von 89 Jahren.

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Mr.and Mrs. Richard Dunhill begrüßen zum Polo-Turnier 1997 einen Mann, der James Bond-Fans nicht unbekannt sein dürfte: Desmond Llewelyn

Heute existieren auf der ganzen Welt etwa 70 Dunhill-Stores, teilweise mit Club-Charakter und angeschlossenen Spas und Restaurants. Cashmere, Seide, Leder , Gold und Diamanten im Überfluss. Das mag zur Welt von heute gut passen und ist sicher auch eine veritable Gelddruck-Maschine. Doch schließen wir einmal die Rauchglas-Türen des Dunhill-Shops, setzen uns draußen auf eine Bank und entzünden unsere Pfeife.

Denken wir darüber nach, was eben aus ihr, der Pfeife und unserem Tabak bei Dunhill geworden ist.

Nun, bis zur Mitte des letzten Jahres gab es wenigstens noch Dunhill-Tabake, obwohl die in ihrer letzten Version dem guten Alfred Dunhill sicher nur ein Kopfschütteln entlockt hätten. Da das „schmutzige“ Rauchen aber so gar nicht zu Kroko-Slippern und weißem Cashmere-Schal passt, beschloss man im Konzern, die Tabake aufzugeben….und die Pfeifen?

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„The white Spot“-Kollektion

 

 

Um sich vom negativ beleumundeten Rauchen zumindest namentlich abgrenzen zu können, dürfen die Pfeifen seit geraumer Zeit nur noch den Schriftzug „The white Spot“ tragen. Der Name Dunhill verschwand gänzlich. Das an sich wäre noch nicht verwerflich. Entstammt „The white Spot“ doch alter Dunhill-Tradition. Sieht man aber, wie zuletzt auf der Intertabac 2018, welch`armselige Rauchgeräte dort den berühmten Namen tragen dürfen, reagiert man als traditionsbewusster Pfeifenfreund je nach Temperament. Manch`einer würde sich wünschen, dass Alfred zurückkehren würde, um den Verantwortlichen dieses Trauerspiels mit Anlauf in den Allerwertesten zu treten. Ist man, wie ich, da eher gewaltfrei unterwegs, kann man sich nur still in eine Ecke setzen und traurig sein. Traurig darüber, was aus einem Familienbetrieb und seinen Weltklasse-Produkten geworden ist. Traurig darüber, was vom Werk eines Ausnahme-Genies blieb.

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